Schulhaus Giacometti Chur

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Sanfte Intervention

Das Projekt besticht durch die respektvolle Transformation des vertrauten, aber etwas verstaubten 70er Jahre Charmes der bestehenden Schulanlage in die heutige Zeit. Unaufgeregt, selbstverständlich und dennoch zeitbewusst fügt sich der Erweiterungsbau in das bestehende Gefüge ein und bezieht sich in seinen Proportionen, Formen und der Farbigkeit auf die bestehenden Gebäude. Merkmale des Altbaus, wie die abgeschrägten Kanten und die grob verputzte Fassade werden aufgegriffen und neu interpretiert. Die versetzten Brüstungen, tiefen Leibungen und die unregelmäßige Oberflächenstruktur der rot lasierten Betonfassade schaffen Plastizität und erden die fließende, fast aerodynamische Gebäudeform. Die Abstufung des Neubaus um ein halbes Geschoss folgt der Topografie und schafft einen Zugang zum östlichen Gebäudetrakt. Die Gesamtanlage hat durch die Erweiterung kein neues Gesicht bekommen. Von außen wirken die Gebäudeteile auf den ersten Blick wie aus einem Guss, ihr Innenleben hingegen bildet eine klar definierte, spannende Polarität.Im Gegensatz zu den eher beengt und düster wirkenden Innenräumen des Altbaus ist der Erweiterungsbau räumlich großzügig und lichtdurchflutet. In den vier Geschossen sind jeweils drei zweiseitig belichtete Klassenzimmer untergebracht, die über große Vorräume erschlossen werden. Durch alle Ebenen zieht sich ein einheitliches Farbkonzept: Zwischen den Böden aus beige eingefärbtem und geöltem Fließestrich und den Decken aus naturbelassenen Holzfaserplatten verlaufen weiß beschichtete Wände und Türen als durchgehendes Band.

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  • Jahr: 2007
  • Bauherr: Stadt Chur
  • Arge: mit Claudia Drilling, Bergün
  • Kategorie: Projekt